Kunst an der Universität Bremen · Kunstprogramm


Das Programm „Kunst im Universitätsbereich”

Bald nach Fertigstellung der zentralen Gebäude der Bremer Universität Mitte 1970er Jahre entstand die Frage, wie die graue Betonwüste belebt werden könnte. Die im Stil einer funktionalistischen Architektur errichteten Bauten wurden von den Studierenden, Lehrenden und MitarbeiterInnen nicht als Orte des Wohlbefindens, sondern der Tristess wahrgenommen.
An der Universität bildete sich eine Beratergruppe, die im Rahmen des staatlichen Förderprogramms „Kunst im öffentlichen Raum” Konzepte für eine künstlerische Praxis und Gestaltung in und an der Hochschule entwickelte. Auch sie hier sollten die Ziele des Bremer Hochschulmodells eingelöst werden:
  • Die Universität ist ein Ort „kritischer Bewusstseinsbildung gegenüber gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Prozessen” und soll zu kritischer Reflektion beitragen.
  • Die Universität ist für alle Menschen in Bremen offen; hier können sie miteinander ins Gespräch kommen, sich wechselseitig beeinflussen und befruchten.
  • Die Universität ist eine Bildungsinstitution, nicht nur in Forschung und Lehre, sondern auch in der Kunst und der Kunsterziehung.
Für die künstlerischen Maßnahmen galten zwei Prämissen:
  1. Sie sollten verständlich sein.
  2. Sie sollten einen bewusstseinsbildenden Charakter haben; das heißt sie sollten sich kritisch mit der gesellschaftlichen Realität auseinandersetzen und Möglichkeiten der Veränderung im Interesse benachteiligter Gruppen beinhalten bzw. dazu anregen.
Im Rahmen des Programms „Kunst im Universitätsbereich” wurde im Juni 1976 auf dem Boulevard die Ausstellung Kunst im Stadtbild gezeigt. Sie hatte die Aufgabe, die bremische Bevölkerung über das Problem öffentlicher Kunstvergabe zu informieren.
Weiter wurden Lehrveranstaltungen angeboten, die sich mit den gesellschaftlichen und ästhetischen Lebensbedingungen in bestimmten Wohnquartieren (Lebensbedingungen, Wohnformen, Wünsche der BewohnerInnen) auseinandersetzten. Schließlich entstanden an der Universität selbst verschiedene Kunstwerke: Bilder, Wandmalereien, Plastiken und Skulpturen. Hierbei handelt es zum einen um öffentlich geförderte Kunstobjekte, zum anderen um Werke von KunststudentInnen.


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