Kunst an der Universität Bremen · "die Oberfläche sieht nicht aus..."


die Oberfläche sieht nicht aus, sie ist frei

Standort: Foyer des GW1 Hörsaals auf einer grauen Betonwand (Sichtbeton)
Künstler: Ralph Kull
Datum: 2000
Material: Leuchtstoffröhren (24 Systeme, Filterglas-blau), 3 Transformatoren

Über den großen Fenstern im Foyer des Hörsaalgebäudes GW 1 ist an der grauen Betonwand ein ca. 6 m breiter Schriftzug angebracht. In einer neonblauen Handschrift steht dort: die Oberfläche sieht nicht aus, sie ist frei. Es ist ein Werk des Bremer Künstlers Ralph Kull, das er im Jahr 2000 geschaffen hat.

Das Foto zeigt die Installation

Die Satzaussage „die Oberfläche sieht nicht aus, sie ist frei“, „reflektiert das Sehen und die Bedeutung an sich." (Senator für Kultur Bremen) Dies erscheint zunächst paradox. Wie kann eine Oberfläche (Gesamtheit der Flächen, die einen Körper von außen begrenzen) kein Aussehen (Erscheinungsbild eines Gegenstandes oder einer Person) haben? Das Aussehen der Oberfläche ist laut dieser Aussage frei, das heißt es ist unabhängig, nicht (an Normen) gebunden. Aber wie ist Freiheit hier definiert?

Charakteristisch für die Arbeiten Kulls ist, dass diese die Züge des Uneigentlichen haben, introvertiert wirken, lyrisch, polternd, aber dabei geschmeidig sind (Künstlerdatenbank Niedersachsen). Diese Merkmale lassen sich auch an der Installation an der Universität Bremen wiedererkennen.
Die Satzaussage irritiert, hakt sich bei der Leserin/dem Leser fest, womit ein wesentliches Ziel von Kunst benannt ist. Kull selbst sagte: „Ich weiß nicht, was Kunst ist, aber ich weiß um die Art, wie sie zur Darstellung gelangt“ (zitiert nach Hans-Joachim Manske 1995).


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