Kunst an der Universität Bremen · Bildinstallation o.T.


o.T. 1993

Standort: Zentrales Treppenhaus des Gebäudes Geisteswissenschaften 2 (GW2), Universität Bremen, Eingang Boulevard (ca. 1999 entfernt)
Künstlerin: Ellen Heinemann
Datum: 1993/1994
Größe: 2 x 2 m (vierteilig)
Material: Öl auf Leinwand

Das Foto zeigte eine der beiden Bildinstallationen von Ellen Heinemann. Foto: Leporello Die Arbeit von Ellen Heinemann bestand aus vier Tafelbildern, die einander überschneidend als Raumobjekt von der Decke des zentralen Treppenhauses im GW2 herabhingen. Je zwei Tafelbilder bildeten ein Bildobjekt und jedes Bildobjekt war unterschiedlich gestaltet: Ein Bildobjekt bestand aus einer blauen Front- und orangen Innentafel, das andere aus einer grünen Außen- und einer gelben Innentafel. Zudem war in die Mitte des blauen Tafelbildes ein kleines farblich abgesetzes Quadrat mit einer organischen Figur plaziert, während das grüne Tabelbild ein kleines Quadrat bestehend aus waagerechten orangen Streifen aufwies.
Die Bildobjekte luden die Betrachterinnen und Betrachter zu Assoziationen mit den Bildkompositionen von Piet Mondrian ein und korrespondierten je nach Blickrichtung auf verschiedene Weise mit dem sie umgebenden Raum. Beim Blick nach außen (siehe Bild oben rechts) schien die gelbe Tafel dem blauen Quadrat vor den Fenstergittern des Gebäudes einen Winkel zu verleihen ( Knut Nievers 2006). Beim Blick ins Innere des Gebäudes behauptete sich das Werk nicht nur inmitten einer komplexen architektonischen Formensprache, sondern durfte auch als Setzung gegenüber dem damaligen Farbleitsystem im GW 2, das mehr in die Irre als zum Ziel führte, verstanden werden.
Das Foto zeigt die Übergabe der Bildinstallation in Anwesentheit der Künstlerin Ellen Heinemann (vorn links). Foto: Pressestelle Universität Bremen, 24.1.1995 (bua). - Bitte anklicken! In einem Interview im Jahr 2016 führte Ellen Heinemann aus, dass ihre Arbeit auch darauf ausgerichtet war, "den Realismus zu überdecken, der an der Universität geliebt wurde". Sie spielte damit zweifelsfrei auf das Wandbild „Der Weg nach oben" an, das der Bremer Künstler Jimmi Diethelm Paesler gemeinsam mit Studierenden im Jahr 1981 fertiggestellt hatte.
Das Foto zeigt das Cover des Leporellos, mit dem die Ausstellung beworben wurde. - Bitte anklicken! In Auftrag gegeben wurde die Arbeit von Ellen Heinemann von der damaligen Bremer Senatorin für Kultur und Ausländerintegration; die Finanzierung erfolgte im Zuge des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“ bzw. im Zuge der sozialen Künstlerförderung. Die Bildinstallation war 1995 Teil der Ausstellung „An einem anderen Ort“. Die Arbeiten der zehn beteiligten Künstlerinnen und Künstler wurden hierfür nur in einem gemeinsamen Katalog zusammengeführt, da jedes Werk situativ für einen bestimmten Ort geschaffen worden war und nicht in einen Ausstellungsraum verbracht werden konnte. Die Übergabe des Kunstwerks am 24. Januar 1995 wurde im Bremer Uni Schlüssel dokumentiert. Es hing nur wenige Jahre im GW 2; bereits 1999 wurde es im Zuge der Sanierung des Treppenaufgangs entfernt.

Informationen zur Künstlerin

Ellen Heinemann, 1955 in Kirchheim-Teck geboren, studierte von 1978 bis 1983 das Fach Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Malerei an der Hochschule für Künste Bremen (bei Prof. Rolf Thiele). Schwerpunkt ihres künstlerischen Werks ist insgesamt die Malerei. Doch auch graphische, druckgraphische und fotographische Arbeiten, Video, Text und Hörtext, Objektbemalungen, Installationen, Aktionen, Readymades sowie Skulpturentwürfe gehören dazu. Eine Selbstbeschreibung findet sich im Kulturkataster Bremen Schwachhausen – ein Register, das unterschiedliche Akteure (Kulturschaffende, Veranstalter, Organisierende etc.) informiert und miteinander verbindet. Neben ihrem Interesse für Zahlen, geometrischen Figuren, Gesetzmäßigkeiten und Mustern faszinieren die Künstlerin laut des dortigen Eintrags „das Licht, die Farbe, - Farbe, - Farbe“. In diesem Zusammenhang sei auf eine andere Aussage Heinemanns verwiesen, zitiert von Knut Nievers, dem ersten Leiter der Bremer Gesellschaft für Aktuelle Kunst und langjährigem Leiter der Stadtgalerie Kiel: „Wenn Handke Platzanweiser für Worte ist, bin ich Platzanweiserin für Farben“. Hanne Zech, ehemalige stellvertretende Direktorin des Museums Weserburg Bremen, formuliert das allgemeine künstlerische Konzept von Ellen Heinemann so: Diese behandelt in ihrem Werk „einerseits Fragen nach Figur und Grund, Symmetrie, Rhythmus, Teilung im Zusammenhang mit der Interaktion von Farben. Zum anderen werden durch die unterschiedlichen Bildträger wie Leinwände (…) Farbflächen und Formen bis an die Grenzen des Plastischen ausgelotet. Dies geschieht (…) bei den Leinwänden durch die Bemalung der Bildkanten, die so den Objektcharakter ins Spiel bringen.“
Ellen Heinemann lebt in Delmenhorst bei Bremen.

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