Kunst an der Universität Bremen · Pangaea


Der Aufbruch des Super-Kontinents Pangaea

Standort: Gebäude Geowissenschaften (GEO), am Haupteingang auf dem Boulevard
Künstler: Artur Laskus
Datum: 1993
Material: Bronze, Edelstahl
Größe: 1,75m x 4,2m

Das Bild zeigt das Relief Der Haupteingang des Gebäudes Geowissenschaften (GEO) wird durch ein Kunstwerk des Architekten und Künstlers Artur Laskus (1936-1998) gekennzeichnet. Das Relief aus Bronze und Edelstahl wurde im Zusammenhang mit der Erweiterung des Gebäudes 1993 geschaffen.

Dargestellt ist im Vordergrund aus Bronze der letzte Superkontinent Pangaea (auch Pangea/Pangäa), eine von 300 bis 230 Millionen Jahren vor heute bestehende Landmasse. Diese entstand durch die plattentektonische Verschmelzung zweier Großkontinente: Gondwana im Süden und Laurussia im Norden. Die folgende Zerbrechung Pangaeas führte zu den modernen Ozeanen und Kontinenten, die die heutigen sieben Großplatten unserer Erde umfassen, dargestellt im „hinteren“ Teil der Plastik aus Edelstahl. Beginnend ab 230 Millionen Jahren vor heute begann zuerst die Südhalbkugel (Gondwana) in Afrika, Indien, Australien, Antarktika und Südamerika zu zerbrechen, die sowohl in der Pangaea-Situation, als auch in ihrer heutigen Position zu sehen sind. Die Nordhalbkugel (Laurussia) zerfiel zeitversetzt in Nordamerika und Eurasien.

Das Bild zeigt das Relief Pangaea von Artur Laskus, aufgenommen von Sophia Lindemann 2017. - Bitte anklicken!

Die heute größte Platte, die pazifische, ist am linken bzw. rechten Rand sichtbar und umfaßt weite Ozeanbereiche von Nord- und Südhalbkugel. Spuren von Pangaea sind bis heute in allen Platten zu beobachten: Zum Beispiel belegen 270 Millionen Jahre alte Landpflanzen aller Südkontinente die ehemaligen Landverbindungen. Für die Nordkontinente zeigen gleichalte Gebirgsgürtel in Nordengland und dem östlichen Nordamerika die früheren Verbindungen an.

In dem Relief hebt sich der alte Superkontinent sowohl räumlich als auch bildlich von den heutigen Erdteilen ab. Die "alten" Kontinente sind aus Bronze, dem "älteren" Metall geformt. In den "Notizen zum Relief" erklärt Laskus: "Darauf, davor die krustigen heterogenen Kontinente, im Herdgußverfahren, offen gegossen - rauh". Den Hintergrund bildet eine Edelstahlplatte aus der die heutigen Kontinente an ihren gegenwärtigen Positionen ausgeschnitten sind. Die Platte aus "jüngerem" Stahl symbolisiert "die Fläche der Meere und Ozeane ... - glatt".
Außerdem bietet er zwei Lesarten des Kunstwerks an: Die Kontinente haben sich aus dem Erdinneren heraus, durch die Ozeane (Stahlplatte) hindurch gebildet, haben sich "hoch-entwickelt". Oder: "Die Kontinente bewegen sich zeitbildlich, bis sie zur augenblicklichen Positon ... gelangen."

Das Bild zeigt das Relief Mit dieser Darstellung der Kontinente trifft Laskus Kernbereiche der Geowissenschaften. Die Erforschung der Erde umfasst das Heute wie das Gestern - beide sind in dynamischer Entwicklung miteinander verknüpft. So wie sich die Erdkruste um den Erdkern legt und sie einander bedingen, so ist "das Relief Außenhaut für die Vorgänge im Innern des Gebäudes."

Der Superkontinent dient auch als Symbol für ein zentrales digitales Informationssystem für Daten aus der Erdsystemforschung und den Umweltwissenschaften. Die Open Access Library Pangaea wird getragen vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), Bremerhaven und dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (Marum), Bremen.


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