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Kunst an der Universität Bremen · Wandbild Henzel 1986


„Wandbild Henzel 1986”

Standort: Studentenhaus Bibliothekstraße Außenwand
Künstler: Andreas Henzel
Datum: 1986
Größe: 2,24m x 5,14m

Diese Wandmalerei von Andreas Henzel ist eines von insgesamt drei seiner Wandbilder (Henzel NW2, Wandbild Henzel 1987), an der Universität Bremen. Über den Entstehungszusammenhang ist wenig bekannt. Henzel, der in den 1980er Jahren Kunst an der Universität studierte, hat es vermutlich in der Schreibwerkstatt von Prof. Klaus Matthies entwickelt. Auch der Titel ist nicht bekannt.


Auf einem rosé-apricot-farbigen Hintergrund finden sich Schriftzeichen, Textzeilen sowie einzelne Buchstaben und auch erkennbare Satzteile, wie „…in die Luft“ wieder. Die dominierenden Farben sind kräftige Grün- und Rottöne, begleitet von schwarz und weiß, die sich in undefinierbaren Zeichen und Symbolen ausdrücken. Auf dem linken Teil der Wandmalerei zeichnet sich eine Silhouette in einem kräftigeren und dunkleren Apricotton ab, der ins Orangene überzugehen scheint. Es könnte der Umriss eines seitlich stehenden Menschen sein. Die kräftigen Farben werden von gelben und dunkelblauen Zeichnungen ergänzt. Die zahlreichen Übermalungen erschweren die Identifikation von klardefinierten Figuren oder Formen. Es ist nicht eindeutig auszumachen, ob alle Zeichnungen vom Künstler getätigt wurden oder das Wandbild nachträglich mit Graffitis überbemalt worden ist.
Die Maltechnik von Andreas Henzel hat Guido Boulboullé 1997 anlässlich einer Ausstellung des Künstlers beschrieben. Der damalige Kunstprofessor an der Universität und Kurator der Ausstellung erklärte, dass sich die meisten Kunstwerken Henzels durch einen homogenen Farbgrund auszeichneten. Auch das Geflecht von Linien, kombiniert mit Pfeilen und Zahlen sei typisch für viele seiner Bilder. Ein weiteres Merkmal mit Wiedererkennungswert sei, dass durch den Farbgrund gegensätzliche Wahrnehmungen beim Betrachter hervorgerufen würden. Er könne Henzels Bilder auf zwei unterschiedliche Arten interpretieren. Der Farbgrund könne entweder als „künstliche Folie“ oder als „lebendige Körperhaut“ wahrgenommen werden. Die „Folie“ würde wie ein straffer Überzug wirken, der alle Unebenheiten des Bilduntergrundes zu glätten versuche, während die „Haut“ mit dem Untergrund verschmelzen und einen „bewegten Bildleib“ bilden würde.
Laut Boulboullé erwecken die Linien, Pfeile und Zahlen den Eindruck als seien Notizen des Künstlers nachträglich zu einem bildordnenden Liniengerüst umfunktioniert worden, weil sie ihre ursprüngliche Funktion während des Bildprozesses verloren haben. So seien einige Kunstwerke wie Farbtafeln zu verstehen, die Zeichenspuren und Notizen aufweisen würden.
Dieser Eindruck trifft auch auf das Wandbild an der Universität zu. Mit seinen einzelnen Buchstaben und ausgestrichenen Sätzen wirkt es wie eine teilweise verwischte Tafel oder ein Notizzettel.

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