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Kunst an der Universität Bremen · Wandbild Henzel 1987


„Wandbild Henzel NW2”

Standort: NW2 Foyer
Künstler: Andreas Henzel
Datum: 1987
Größe: Wandfläche

Bei diesem Bild handelt es sich um eine weitere Arbeit von Andreas Henzel. Farb- und Formenwahl sowie Maltechnik sind den Wandbildern am GW2 (Wandbild Henzel 1987) und am Studentenhaus (Wandbild Henzel 1986) ähnlich.

Es handelt sich um eine „skriptuale Ausdrucksarbeit“, die in der Schriftwerkstatt unter Leitung von Prof. Klaus Matthies entstanden ist; Vorarbeiten ab 1984. Nach dem Urteil von Matthies (1989) ist es Henzel gut gelungen, den Übergang vom Skripturalen und Zeichenhaften in Malerei darzustellen. Hier agieren Formeln in einer Farbsphäre. Wie beim „Mauerbild“ des GW2 dominiert der gelbe Hintergrund, auf dem bunte Zeichen, Formeln und Symbole aufgemalt sind. Allerdings lassen sich hier bestimmte Formen ausmachen: Ausschnitt aus dem Wandbild von Andreas Henzel im NW 2. Foto: Mariele Kabeck 2015.
In der Mitte des Bildes sehen wir einen Fisch. Von seinen Kiemen führen zwei Pfeile zu der Beschriftung „Atmung“ (Biologielehrbuch). Ein anderer führt zu einem Frauenkopf rechts unten im Bild. Über dem Frauenkopf befinden sich zwei DNA-Stränge, die in den Schriftzug „DNA“ verlaufen. Den Fisch umgeben chemische Formeln für die lebensnotwendigen Bestandteile allen Lebens auf der Erde (Sauerstoff, Kohlendioxid, Wasser, Glucose etc.).
Die Zeichnung auf der linken Seite lässt mehrere Deutungen zu: In der Mitte könnte ein Tierkopf zu erkennen sein, der sich zu einer Pflanze links unten herabbeugt. Es könnte sich aber auch um eine große Pflanze handeln, die sich der Sonne entgegenstreckt. Aus ihrer Blüte weist ein Pfeil nach rechts zu dem Wort "Glucose".
Die Sonne befindet sich in der Darstellung links oben. Sie schickt ihre Strahlen zu allen Lebewesen (Pflanzen, Tiere, Menschen). Eventuell soll sie der Ausgangspunkt des Bildes sein, so wie sie auch wesentlich ist für das Leben auf der Erde. Es ist davon auszugehen, dass hier verschiedene biochemische Vorgänge angedeutet werden, die einen Organismus am Leben halten. So können die herabfallenden Sonnenstrahlen in Verbindung mit der Pflanze Photosynthese symbolisieren. Der Schriftzug „Glucose“ und eine verblassende Molekülkette sollen wahrscheinlich auf die Bildung von Glucose hinweisen.
Ausschnitt aus dem Wandbild von Andreas Henzel im NW 2. Foto: Mariele Kabeck 2015. Ähnlich könnte auch der Werdegang des Fisches in dem Wandbild interpretiert werden: Sauerstoff wird durch Photosynthese gebildet und der Fisch nimmt ihn auf, um zu atmen. Sein Leben wiederum wird geopfert, um den Menschen zu nähren. Seine DNA wird schließlich dem menschlichen Erbgut einverleibt. Die Frage, ob es sich um eine naturschützende Motivation des Künstlers oder um einen Versuch handelte, wesentliche Inhalte der in dem Gebäude residierenden Studiengänge Biologie und Chemie, auf kreative Art wiederzugeben, bleibt offen.

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